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Bootsrollwagen und Bootswagen: Wo der Unterschied liegt
Bootsrollwagen und Bootswagen werden oft als Synonyme verwendet – aber sie beschreiben unterschiedliche Geräte mit unterschiedlichen Einsatzbereichen.
**Bootsrollwagen (dieses Gerät):** - Niedrige, kompakte Konstruktion mit schwenkbaren Rädern (Lenkrollen und Bockrollen) - Konzipiert für den kurzstreckigen Transport auf befestigten Yard-Flächen - Boot wird auf den Rollwagen gesetzt und manuell oder per Schlepper bewegt - Typische Nutzung: Einlagern, Umstellen, Positionieren in engen Hallen oder auf begrenzten Außenflächen - Nicht für den Straßentransport oder größere Distanzen
**Bootswagen / Slipwagen (separates Thema):** - Fahrzeuganhänger für Straßentransport oder Einwassern über eine Slipanlage - Größere Bauweise, für die Fahrzeugkupplung ausgelegt - Nicht für den Werftbetrieb auf engen Flächen geeignet
Den übergreifenden Leitfaden zu Bootswagen, Slipwagen und allgemeinen Bootsbewegungsgeräten finden Sie im Ratgeber Bootswagen und Slipwagen: Boote bewegen und transportieren.
Dieser Artikel behandelt ausschließlich den Bootsrollwagen im Yard-Betrieb.
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Wo Bootsrollwagen eingesetzt werden
Bootsrollwagen sind ein Werkzeug für den Nahbereich. Ihr Kernvorteil: Sie ermöglichen Bootsbewegungen ohne Kran und ohne breite Fahrwege.
**Typische Einsatzorte:**
*Winterlager-Halle:* - Boote werden nach dem Krantermin auf Rollwagen gesetzt - Beliebige Positionierung innerhalb der Halle, unabhängig von Hallenkranposition - Umstellen einzelner Boote, ohne andere Boote bewegen zu müssen
*Außenlager auf befestigten Flächen:* - Boote auf engen Außenstellflächen einlagern und repositionieren - Besonders wertvoll bei beengten Platzverhältnissen und wechselnder Belegung
*Werft-Yard:* - Transport zwischen Kranplatz und Arbeitsplatz (z. B. Rumpfbehandlung, Antifouling) - Kurzstreckentransport zur Werft-Servicestation
*Marina-Trockenlager:* - Boote im Rack-System oder auf Bodenfläche bewegen - Einfahren in Lagerbuchten mit engen Einfahrtbreiten
**Nicht geeignet für:** - Unebenes Gelände, Schotter, Sand - Steigungen >5 % - Distanzen >100–200 m (dann: Teleskop-Transportwagen oder Kran-Unterfahrwagen) - Straßentransport
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Korrekte Handhabung: Boot aufsetzen und bewegen
Die Handhabung eines Bootsrollwagens erfordert klare Abläufe – besonders beim Aufsetzen des Bootes.
**Schritt 1: Rollwagen positionieren** - Rollwagen unter dem Kran oder neben der Kranaufhängestelle aufstellen - Lenkrollen arretieren (Feststeller betätigen) – Rollwagen muss stillstehen - Position so wählen, dass das Boot nach dem Absenken mittig aufliegt
**Schritt 2: Boot absetzen** - Boot langsam absenken – nicht auf den Rollwagen fallen lassen - Auflagepunkte prüfen: Boot muss flächig auf den Rollwagen-Auflagen aufliegen - Rumpfpolsterung (Gummiauflage oder Teppichwagen-Auflage) muss vollflächig anliegen - Bei Segelbooten: Kielstütze separat positionieren und abstützen
**Schritt 3: Boot sichern** - Gurtbänder oder Zurrsicherung anlegen (je nach Rollwagen-Ausrüstung) - Lenkrollen in Fahrtrichtung ausrichten - Fahrtrichtungsplanung: Engstellen vorab ausmessen
**Schritt 4: Bewegen** - Manuelle Bewegung: mit Personen an Bug und Heck, gleichmäßig schieben - Motorische Bewegung: Deichsel-Elektroschlepper oder Yard-Traktor (Kupplungsadapter erforderlich) - Mindestgeschwindigkeit halten – kein Schwung, keine Erschütterungen
**Wichtig:** Niemals unter einem Boot stehen oder herknieen, während es bewegt wird.
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Yard-Logistik: Platzbedarf, Fahrgassen und Belegungsplanung
Der größte Vorteil des Bootsrollwagens liegt in der Yard-Logistik: Boote können auf kleiner Fläche flexibel bewegt und umgestellt werden.
**Platzbedarf mit Bootsrollwagen:** - Rollwagen selbst: ca. 5–10 cm Bodenfreiheit bei typischen Modellen - Wendekreis: abhängig von Rollwagen-Breite und Lenkrollenabstand - Für 8-Meter-Boot auf Rollwagen: Fahrgassenbreite mindestens Bootsbreite + 60–80 cm für Bedienpersonen
**Belegungsplanung für Winterlager:** - Boote auf Rollwagen können einzeln umgestellt werden → höhere Lagerflächennutzung - Optimale Anordnung: Bugreihen wechselseitig verschachtelt (Bug-Heck-Bug) - Breitenklassen festlegen und Boote gleicher Breite in Reihen zusammenfassen
**Bodenbeschaffenheit:** - Beton und geglätteter Asphalt: ideal - Rauer Asphalt oder Betonpflaster: nutzbar, Rollen verschleißen schneller - Mängel prüfen: Bordsteinkanten, Rinnen, Absätze – Rollwagen können bei Stolperstellen kippen
**Typische Fehler im Yard-Betrieb:** - Zu hohe Bewegungsgeschwindigkeit – Rollwagen mit schwerem Boot ist träge und schwer zu stoppen - Lenkrollen nicht ausgerichtet – Rollwagen driftet seitlich - Boden nicht auf Hindernisse geprüft – Stolperstellen verursachen Kippgefahr - Zu wenig Personal – ein Bootsrollwagen mit schwerem Boot braucht 2–4 Personen
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Traglast und Auswahlkriterien für Bootsrollwagen
Der entscheidende Parameter bei der Auswahl eines Bootsrollwagens ist die Traglast (SWL – Safe Working Load).
**Traglast (SWL) bestimmen:** - Bootssgesamtgewicht (Wasserverdrängung) als Basis nehmen - Sicherheitsaufschlag: Rollwagen-Traglast mindestens 25–30 % über dem Bootsgewicht wählen - Beispiel: Boot 3.500 kg → Rollwagen-Traglast mindestens 4,5 t
**Weitere Auswahlkriterien:**
*Breite und Auflagepunkte:* - Rollwagen breiter als der breiteste Rumpfpunkt des Bootes - Auflagen müssen die Spantenstruktur des Rumpfes treffen, nicht freie Rumpfflächen
*Rollen und Bereifung:* - Vollgummirollen für harte Böden, Luftreifen für unregelmäßige Flächen - Lenkrollen mit Feststeller für sicheres Parken und Absetzen
*Höhenverstellung:* - Für unterschiedliche Bootskonturen nützlich - Hydraulische Höhenverstellung bei schweren Booten bevorzugt
*Material:* - Stahl: hohe Tragfähigkeit, schwerer, für Schwerlasteinsatz - Aluminium: leichter, für häufige manuelle Handhabung
KIPAC-Bootsrollwagen sind CE-zertifiziert und in verschiedenen Tragklassen erhältlich.
Ausrüstung
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Transportwagen zum Bewegen und Positionieren von Booten in Werkstätten und Marinas.
AUSRÜSTUNG ANSEHEN →Verstellbare Stützsysteme für Motorboote in der Trockenlagerung.
AUSRÜSTUNG ANSEHEN →Stützsysteme für Segelboote in Kombination mit Kielauflagen.
AUSRÜSTUNG ANSEHEN →FAQ
FAQ
Der Bootsrollwagen ist für den Kurztransport auf befestigten Yard-Flächen (Hallen, Lagerplätze) ausgelegt – kein Straßenfahrzeug. Der Slipwagen ist ein Trailer für das Einwassern oder den Straßentransport. Beide Geräte ergänzen sich, übernehmen aber unterschiedliche Aufgaben.
Für Boote bis ca. 2 t auf ebenem Untergrund reichen 2 Personen. Ab 2–3 t Bootsgewicht oder bei beengten Verhältnissen sind 3–4 Personen empfehlenswert. Bei motorischer Bewegung (Elektroschlepper) ist die Personenzahl geringer, aber mindestens 2 Personen für die Beobachtung notwendig.
Nur auf befestigten, ebenen Flächen: Beton, geglätteter Asphalt und Betonpflaster. Schotter, Sand, Erde und Rasen sind ungeeignet. Vor dem Einsatz Boden auf Stolperstellen (Rinnen, Kanten, Absätze) prüfen.
Typisches 10-Meter-Motorboot: 3.000–5.000 kg Gewicht. Rollwagen-Traglast sollte 25–30 % darüber liegen – also mindestens 4–6,5 t. Die SWL ist auf dem CE-Kennzeichen des Rollwagens dokumentiert.
Ja, aber mit Einschränkung: Segelboote mit tiefem Ballastkiel benötigen zusätzlich eine Kielstütze. Der Bootsrollwagen übernimmt dann die Rumpfabstützung, die Kielstütze trägt den Kielballen. Beide Komponenten müssen aufeinander abgestimmt sein.
