Ratgeber
Wann mit der Wintervorbereitung beginnen?
Der richtige Zeitpunkt für die Wintervorbereitung ist früher als viele Bootsbesitzer denken. Wer wartet, bis die erste Kälte kommt, riskiert Frostschäden und kämpft mit überfüllten Werften.
Empfohlener Zeitraum: - Nordsee und Ostsee: ab Mitte Oktober - Süddeutschland, Österreich, Schweiz (Alpenseen und Flüsse): ab Ende Oktober - Adriatische Küste (Kroatien, Slowenien): November bis Dezember – aber Frostgefahr im Inland nicht unterschätzen
Vorteile einer frühen Wintervorbereitung: - Werft-Kräne sind weniger ausgelastet – kürzere Wartezeiten - Stellplätze in begehrten Lagen sind noch verfügbar - Witterung ist milder – Arbeiten am Boot angenehmer - Zeit für nötige Reparaturen vor dem Winter
Faustregel: Sobald Nächte regelmäßig unter 5 °C fallen und die ersten Herbststürme einsetzen, ist der richtige Zeitpunkt für die Einlagerung gekommen.
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Motor und Antrieb: Was rechtzeitig zu planen ist
Der Motor ist der kritischste Bereich der Wintervorbereitung – und gleichzeitig derjenige, der den meisten Vorlauf braucht. Wer die notwendigen Servicetermine und Ersatzteile spät plant, riskiert Wartezeiten in der Hauptsaison der Werften.
Was frühzeitig zu klären ist: - Wer führt die Motorkonservierung durch – Eigentümer oder Fachbetrieb? - Welche Verschleißteile (Impeller, Ölfilter, Kraftstofffilter) müssen bestellt werden? - Ist der Kühlkreislauf des Innenborders auf den regionalen Winterkurs ausgelegt? - Sind Werft-Servicetermine für Oktober/November verfügbar – oder ist jetzt schon zu buchen?
Die konkreten Schritte für Außenborder, Innenborder, Sterndrive und Saildrive – Kühlkreislauf entleeren, Frostschutz, Ölwechsel, Impellerausbau – sind im Ratgeber Frostschutz fürs Boot: Motor und Systeme richtig einwintern detailliert beschrieben. Dieser Artikel ist der richtige Ausgangspunkt für die technische Durchführung.
Faustregel für die Planung: Motorkonservierung sollte abgeschlossen sein, bevor das Boot an seinen Winterlagerplatz kommt – nicht danach.
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Rumpf und Unterwasserschiff: Zustand dokumentieren
Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt, um Rumpf und Unterwasserschiff zu prüfen – das Boot ist aus dem Wasser und der Zustand ist direkt zugänglich.
Rumpfinspektion: - GFK-Rumpf auf Blasen, Risse und Osmoseschäden absuchen - Gelcoat auf Kratzer, Schleifspuren und UV-Schäden prüfen - Kimmwulst und Wasserlinie auf Antifouling-Schichtdicke prüfen - Unterwasserschiff reinigen (Ablagerungen, Bewuchs) – am besten direkt nach dem Krantermin, solange feucht
Antifouling: - Schichtdicke beurteilen: Wird eine neue Lage benötigt? - Beschädigte oder zu dünne Stellen vor der Einlagerung oder im Frühjahr vor dem Einwassern behandeln
Seeventile und Durchführungen: - Alle Seeventile schließen - Handrad und Mechanismus auf Leichtgängigkeit prüfen - Undichte oder schwergängige Seeventile im Winter austauschen – nicht auf den Sommer verschieben
Anodenzinken: - Alle Opferanoden prüfen: verbraucht (>50 % weg) → tauschen - Schraube, Wellenanlage, Bugstrahlruder, Ruderschaft – alle Anodenpositionen kontrollieren
Propeller: - Propellerblätter auf Schäden, Verformungen und Kavitationsschäden prüfen - Propeller ausbauen und trocken lagern oder am Boot gesichert belassen
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Elektrik und Elektronik: Feuchtigkeit und Standschäden verhindern
Feuchtigkeit und Kälte sind die größten Feinde der Bordelektrik. Im Winter aufgetreten, sind Schäden oft erst beim nächsten Saison-Einsatz bemerkbar.
Batterie: - Batterie ausbauen und frostfrei lagern - Ladezustand messen – vollgeladen lagern - Erhaltungsladegerät anschließen oder alle 4–6 Wochen nachladen - Alter der Batterie prüfen: Über 5 Jahre alte Starterbatterien vor der neuen Saison ersetzen
Elektronische Geräte: - Kartenplotter, Radar, VHF, AIS – ausbauen und trocken einlagern - Kabelverbindungen und Stecker auf Korrosion prüfen, Kontaktspray verwenden - Antennen kontrollieren, Dichtungen der Kabeldurchführungen prüfen
Bordnetz: - Hauptschalter ausschalten - Bilgenpumpe auf Funktion prüfen – Bilge vor der Einlagerung trocken pumpen - Sicherungen und Verteiler auf Korrosionsschäden prüfen
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Innenraum und Abdeckung: Feuchtigkeit kontrollieren
Ein gut vorbereiteter Innenraum verhindert Schimmel, Geruchsbildung und Schäden an Polstern und Einrichtung.
Innenraum vorbereiten: - Alle Polster, Kissen und Textilien ausbauen und zu Hause oder im Trockenlager lagern - Kühlschrank vollständig entleeren, reinigen und Tür leicht offen lassen - Gasherd und Gasanlage: Haupthahn am Flaschenanschluss schließen, Gasflaschen ausbauen - Proviant und Flüssigkeiten (Wasser, Getränke) vollständig entfernen – Frost - Trinkwassersystem entleeren: Behälter, Leitungen, Pumpe
Belüftung: - Luken und Klappen nicht vollständig schließen – kleine Lüftungsöffnung für Luftzirkulation - Feuchtigkeitsabsorber (Silicagel oder Kalksteinabsorber) in Kajüte, Stauräumen und Motor-Bilge einlegen - Öffnungen gegen Tiere (Marder, Mäuse) sichern – Einschlupföffnungen mit Gitter oder Mesh schützen
Abdeckplane: - Bootsstützen und Kielstütze prüfen und sichern, bevor die Plane drüberkommt - Plane straff spannen – keine Mulden für Regenwasser oder Schnee - Plane muss atmungsaktiv sein oder Lüftungsöffnungen haben - Persenning oder Schrumpffolie für höherwertige Boote bevorzugt
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Lagerung auf Bootsstützen: sicheres Aufstellen
Die Qualität der Lagerung entscheidet darüber, ob das Boot den Winter ohne Schäden übersteht.
Bootsstützen aufstellen: - Stützen an strukturell verstärkten Rumpfstellen positionieren (Spantbereiche, Längsträger) - Niemals an dünnen GFK-Bereichen oder unter Aufbauten - Gummipads an allen Kontaktpunkten - Stützen gleichmäßig belasten – keine einseitige Überbelastung
Segelboote zusätzlich: - Kielblock unter dem Kiel positionieren (Pflicht für Schwerkielsegler) - Kielblock muss flächig und gepolstert aufliegen
Stützenkontrolle über den Winter: - Stützen nach dem ersten größeren Regen und nach Frost prüfen - Auf Schiefstand oder Einsinken achten – besonders auf Asphalt und weichem Untergrund - Schneelasten auf Abdeckplane regelmäßig entfernen
CE-zertifizierte Bootsstützen von KIPAC sind für diese Anforderungen ausgelegt – mit dokumentierten Traglasten, Gummiauflagen und verstellbarer Höhe.
Checkliste
Vollständige Wintervorbereitungs-Checkliste
Servicetermin buchen, Verschleißteile vorbestellen (Impeller, Filter). Technische Durchführung: siehe Ratgeber Frostschutz fürs Boot.
Blasen, Risse, Antifouling prüfen, Seeventile schließen, Anodenzinken erneuern.
Batterie ausbauen und laden, Elektronik ausbauen, Bordnetz spannungslos, Bilge trocknen.
Polster und Textilien ausbauen, Kühlschrank leeren, Trinkwasser entleeren, Feuchtigkeitsabsorber einlegen.
An strukturell verstärkten Stellen, Gummipads, Segelboote: Kielblock unter Kiel.
Atmungsaktive Plane oder Persenning, straff gespannt, Belüftung sichergestellt.
Stützen nach Regen/Frost prüfen, Batterie nachladen, Schneelasten entfernen.
Ausrüstung
Verwandte KIPAC Ausrüstung
Verstellbare Stützsysteme für Motorboote in der Trockenlagerung.
AUSRÜSTUNG ANSEHEN →Stützsysteme für Segelboote in Kombination mit Kielauflagen.
AUSRÜSTUNG ANSEHEN →Technische Kielstützen für Lastaufnahme während der Lagerung.
AUSRÜSTUNG ANSEHEN →FAQ
FAQ
Spätestens wenn Nächte regelmäßig unter 5 °C fallen – das ist je nach Region zwischen Mitte Oktober und Ende November. Für Werftkrantermine empfiehlt sich eine frühe Buchung (September), da die Kapazitäten im Oktober schnell ausgelastet sind.
In der Hauptwerftzeit (Oktober/November) sind viele Betriebe ausgelastet. Wer bis September einen Termin vereinbart, hat mehr Auswahl und kann Ersatzteile wie Impeller oder Ölfilter rechtzeitig vorbestellen. Die genauen Schritte der Motorkonservierung – für Außenborder, Innenborder und Sterndrive – finden Sie im Ratgeber Frostschutz fürs Boot.
Ja – besonders nach dem ersten Frost und größeren Regenfällen. Stützen können auf weichem Untergrund einsinken oder durch Frost in Schieflage geraten. Regelmäßige Sichtkontrollen über den Winter sind empfehlenswert.
Die wichtigsten Maßnahmen: Polster und Textilien ausbauen, Luken für Luftzirkulation leicht öffnen, Feuchtigkeitsabsorber einlegen, Abdeckplane atmungsaktiv wählen. Ein hermetisch verschlossenes Boot ohne Belüftung ist am anfälligsten für Schimmel.
Für eine längere Lagerung (>4 Wochen) wird das Ausbauen und frostfreie Lagern empfohlen. Eingebaute Batterien entladen sich über den Winter und können durch Tiefentladung dauerhaft beschädigt werden. Alternativ ein Erhaltungsladegerät anschließen.
Mindestens einmal im Monat – besonders nach Sturm, starkem Regen und Frost. Dabei: Stützen auf Schiefstand prüfen, Abdeckplane auf Schneelasten oder Schäden kontrollieren, und bei Batterie im Boot den Ladestand prüfen.
